Bernd Begemann – Live im Kufa-Haus Braunschweig am 13. März 2026

Von Matthias Bosenick (14.03.2026)

Was für ein Entertainer! Ganz allein mit zwei Gitarren und einem mp3-Player füllt Bernd Begemann die große Bühne des Braunschweiger Kufa-Hauses aus, ohne Leerstellen zu lassen. Auch nicht im Programm: Inklusive Pause fesselt der Gottvater der Hamburger Schule sein Publikum dreieinhalb Stunden lang vor seiner Kanzel und bindet es in seine Liturgie aus Humor und Sehnsucht ein, und man nimmt es gar nicht wahr, dass so viel Zeit vergeht. Und wie viele Hits der in Braunschweig geborene Ostwestfale in den zurückliegenden 40 Jahren in die Welt setzte!

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The Messthetics And James Brandon Lewis – Deface The Currency – Impulse! 2026

Von Matthias Bosenick (13.03.2026)

Da denkt man noch, komisch, da hauen The Messthetics als Nachfolge-Projekt der Hardcore-Erneuerer Fugazi aus Washington D.C. in den Jahren 2018 und 2019 zwei Alben quasi am Stück raus und dann gar nix mehr, ist mit denen denn alles okay, dann kriegt man mit, dass sie mit dem Saxophonisten James Brandon Lewis das Album „Deface The Currency“ ankündigen – und dass man deren erste Zusammenarbeit 2024 komplett verpasst hat. Hier bekommen gleich zwei Genres einen Neuanstrich: Hardcore und Jazz, besser: Post Hardcore und Free Jazz. So geht das, wenn man sich weiterentwickelt. Und wer zweifelt, dass das dieselben Messthetics sind wie vor sieben Jahren, bekommt auf diesem Album einen alten eigenen Track von ihnen neu serviert.

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Zahn – Purpur – Crazysane Records 2026

Von Matthias Bosenick (12.03.2026)

Sobald der Zahn erstmal die Farbe „Purpur“ annimmt, ist es vermutlich sogar für den Zahnarzt zu spät, so schön die Farbe an sich auch sein mag. Für das Berliner Trio Zahn indes ist „Purpur“ das dritte Album, auf dem es instrumentale psychedelische bratzende Gitarrenmusik mit Synthies und einer Beatbox konterkariert. Polyrhythmik erfährt hier ein neues Level, der Groove lässt sich davon nicht abschrecken. „Purpur“ ist eben eine schöne Farbe.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 2: 100 Sci-Fi-Hörspiel-Perlen

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin riss neulich die Halbes-Jahrhundert-Alterslatte. Das gab mir zu denken. Zuerst verbrachte ich einige melancholische Momente mit dem Gedanken, dass sie damit mehr als die Hälfte ihres Lebens mit mir verbracht hat. Dann entdeckte ich den Podcast „Das war morgen“. Da geht es darum, wie man sich vor fünfzig Jahren in westdeutschen Science-Fiction-Hörspielen die Zukunft im heute vorgestellt hat.

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Father Mother Sister Brother – Jim Jarmusch – USA 2024

Von Matthias Bosenick (11.03.2026)

Puh, das ging gerade nochmal gut: Obwohl „Father Mother Sister Brother“ nicht der beste Film von Jim Jarmusch ist, macht er den unseligen „The Dead Don’t Die“ gottlob vergessen. Drei Episoden, in denen Jarmusch eine Handvoll Stars interfamiliäre Sprachlosigkeiten ausleben lässt: Zwar bleibt der Humor hier etwas bemüht, doch gehen die unausgesprochenen Spannungen sehr an Herz und Nerven. Und die Darstellenden sind einfach grandios.

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CBGB: A New York City Soundtrack 1975-1986 – Cherry Red 2026

Von Matthias Bosenick (11.03.2026)

Hier ist alles drin, außer Country, Blue Grass, Blues oder Unfug, und auch fast alle Bands und Musizierenden, an die man beim Schlagwort CBGB sofort denkt: Patti Smith, Ramones, Blondie, Television, Talking Heads, Suicide, James Chance, Richard Hell & The Voidoids, dazu viele, mit denen man vielleicht nicht rechnete, wie Ritual Tension, Minor Threat, The Lounge Lizards, Bad Brains, The Cramps, Beastie Boys, Sonic Youth, Mink DeVille, und stapelweise Musik, die man vermutlich noch nie gehört hat – und das von unterschiedlicher Anmutung, aber mit enormem historischen Wert und irgendwo zwischen Punkrock, Psychedelic, Hardcore, Garage, No Wave, Pop, Noiserock, Vaudeville, Rock’n’Roll, Experiment und, naja: Blues eben auch. 101 Songs auf vier CDs, einige nie zuvor auf CD erhältlich, einige gänzlich unveröffentlicht. Eine Fund-, eine Goldgrube.

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Schneider | N – The Rincon Pio Sound – Mörtel Sounds 2026

Von Matthias Bosenick (10.03.2026)

Im Anschluss an ihre gemeinsame Tour durch Spanien setzten sich Gitarrist Hellmut Neidhardt alias N und Schlagzeuger Jörg A. Schneider im vergangenen Jahr in Madrid in ein Studio und improvisierten gleich zwei neue Alben. Das erste davon erscheint als „The Rincon Pio Sound“ bei Mörtel Sounds auf Kassette, das zweite soll als Schallplatte bei Schneider herauskommen, zwar mit anderen Tracks aus der selben Session, aber mit identischem Titel. Zu hören gibt es hier nun durch einen nebligen Wald irrlichternde Gitarrendrones und als Schlagzeug die Bäume dazu, die unsortiert im Weg herumstehen. Man verirrt sich, möchte auch gar nicht wieder raus – und landet unversehens in einer Lärmfabrik. Und ganz am Schluss in einem geraden Rhythmus!

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Clâm – Clâm – Clâm 2026

Von Matthias Bosenick (09.03.2026)

Eine Muschel mit Dach macht sich von Frankfurt am Main aus aus, in Sachen psychedelischer Rockmusik neue Pflöcke zu setzen: Clâm nennt sich das international besetzte Quartett, „Clâm“ heißt auch das Debütalbum. Laut info möchte die Band darauf Heavy Psych, Disco und Ambient verschmelzen, doch die Wahrheit ist viel schöner: hypnotische Fuzz-Folklore zwischen den Cowboy Junkies und den Fleetwood Mac der Siebziger, zwischen entspannt und treibend, schlüssig vereint unter einem Dach.

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