Taxology – A Deep Dive In The Colourful And Mysterious Garden Of Mr. Taxology – NOS Records 2026

Von Matthias Bosenick (28.04.2026)

Das italienische Instrumental-Duo Taxology kennt die Plattensammlungen seiner Eltern und Großeltern auswendig, pickt sich die brauchbarsten Elemente davon heraus und vermengt sie zu einem eigenen, psychedelisch grundierten Experimental-Album. „A Deep Dive In The Colourful And Mysterious Garden Of Mr. Taxology“, das Debütalbum der beiden steuerbefreiten Musiker, kennt kein Register, das es nicht zieht – außer Lärm. Diese grenzenlose Melange ist durchgehend mellow, relaxing, und überfordert höchstens in seiner schieren Unendlichkeit der verwendeten Bestandteile, nicht in deren Dichte.

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Chris Connelly – Eulogy For Christa – Shipwreck Industries/Easy Action/Chris Connelly 2022/2026

Von Matthias Bosenick (27.04.2026)

Zwei Verbindungen knüpft man automatisch zu Chris Connelly: die musikalische zum Industrial und die stimmliche zu David Bowie. Widmet er sich auf „Eulogy For Christa: A Tribute To The Music And Mystique Of Nico“ der Musik von Christa Päffgen, wirft er ersteres über Bord und singt zweitens dazu einfach ganz wie er selbst, also doch sehr wie Bowie. Das Doppel-Album beinhaltet Songs, an denen Nico beteiligt war, sowie Eigenkompositionen des in Chicago arbeitenden Schotten. Die meisten bestehen aus Gesang mit minimaler Selbst- und Fremd-Begleitung, die nah am Gruftigen gebaut sind, was nahe liegt, wenn man Nicos Solo-Alben kennt.

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We Stood Like Kings – Pinocchio – Kapitän Platte 2026

Von Matthias Bosenick (24.04.2026)

Die reinen Post-Rock-Heavy-Anteile sind relativ gewöhnlich, da erfüllen We Stood Like Kings die Erwartungen und Erfahrungen, die man mit dem Genre bereits hat. Fett sind sie, diese Passagen, ungelogen, auf dem neuen Album, das die Belgier „Pinocchio“ nennen – und auf dem sie dem Genre Dinge unterjubeln, die zum Jubeln anregen, zuvorderst natürlich das Klavier, das wesentliche Teile begleitet oder gar allein gestaltet, und dann noch lauter anderen ungewöhnlichen Krams. Irgendwie muss man ja dafür sorgen, dass die Schublade interessant bleibt!

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Sugar Horse – Not A Sound In Heaven – Fat Dracula Records 2026

Von Matthias Bosenick (23.04.2026)

Was eine Kombi: Industrial, Ambient und Hardcore, als wären Tool jetzt eine von Trent Reznor produzierte, im Tempo gebremste Metalcore-Band. So gestaltet sich „Not A Sound In Heaven“, das dritte Album von Sugar Horse aus Bristol, changierend zwischen brutal und hymnisch, zwischen Gitarre und Electro, zwischen hell und dunkel, zwischen Riffs und Drones, zwischen Zucker und Pferd. Sobald das Album beginnt, geschehen ausschließlich Dinge, die man nach den ersten Tönen nicht erwartet, und so bleibt es auch.

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Body Habitat – Cachoeira – Antibody 2026

Von Matthias Bosenick (23.04.2026)

Für jemanden, der so viel Geheimnis um seine Identität macht wie „B Wells“ aus dem San Gabriel Valley, streute er reichlich Aliasse in die Welt. Body Habitat ist eines von … gefühlt mehreren Dutzend, und selbst von nur diesem Projekt sind die Veröffentlichungen kaum vollständig bündelbar. „Cachoeira“ ist die jüngste, eher ein Mini-Album und angefüllt mit einer Art Electro-Tribal-Ambient, eine Einladung, dazu entspannt zu tanzen; ein Bisschen so, als würden Dead Can Dance versuchen, sich im Industrial auszuprobieren.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beat Dis Express

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin vermisst die Wunschsendungen im Radio. Früher gab es die gefühlt täglich. Man schrieb eine Postkarte an einen Sender, später schickte man eine Mail mit einem Musikwunsch zu einer Uhrzeit und wer mit welchen Worten damit gegrüßt werden soll. Vor einem reichlichen Vierteljahrhundert habe ich das zum letzten Mal für sie gemacht. Der Track war „Beat Dis“ von Bomb The Bass und ging raus an den Kosenamen meiner Freundin, der von der Moderatorin mit „klingt auch irgendwie cool“ goutiert wurde.

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Tabo Tago – The Neukölln Concert – Iapetus Media 2026

Von Matthias Bosenick (23.04.2026)

Der Titel ist natürlich ein Knaller: „The Neukölln Concert“, Keith Jarrett sitzt irgendwo am Offenbachplatz und kichert. Doch wählte das Berliner Trio Tabo Tago den Titel nicht allein wegen seiner Pointe, sondern auch, weil es inhaltlich und musikalisch passt. Na gut, inhaltlich sei dahingestellt bei einem Instrumentalalbum, laut Info geht es darum, die Unüberquerbarkeit von Neuköllns Straßen abzubilden, also beinahe eher ein Düsseldorfer „Autobahn“-Ansatz, aber musikalisch ist dieses Album ganz eindeutig vornehmlich in Berlin angesiedelt, und zwar in der nach dieser randständigen Stadt benannten Ambient-Schule, gegründet in den Siebzigern.

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Sauvageoness – A Maze Deep In – Araki Records/Atypeek Music/Charogne Records/Table Basse Records/Urgence Disk Records 2026

Von Matthias Bosenick (20.04.2026)

Gitarre, Bass, Drumcomputer und ganz viel Emotion von melancholisch bis stinksauer im Gesang: Auf ihrem zweiten Album „A Maze Deep In“ verbindet die Schweizer Künstlerin Sauvageoness unzählige Musikstile miteinander, nacheinander, umeinander herum, wie Gothic Rock, Post Punk, Wave, Punk und was so zwischen all jenem liegt. Vielseitig und gleichzeitig homogen, weil sich die Unterschiede nicht widersprechen.

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They Might Be Giants – The World Is To Dig – Idlewild Recordings 2026

Von Guido Dörheide (20.04.2026)

Also DAS rechne ich jetzt den Two Johns aus NYC (John Flansburgh und John Linnell, die zusammen They Might Be Giants ergeben) mal GANZ HOCH an: Erst im Januar haben sie die „Eyeball-EP“ veröffentlicht und jetzt im April kommt das Album „The World Is To Dig“ (wovon ich ausgehe), und KEIN EINZIGER SONG WIEDERHOLT SICH! Mit den drei plus einem Songs der EP und den 18 Songs des Albums haben TMBG heuer also mal tatsächlich 21 plus 1 neue Materialien rausgehauen, und alle sind wirklich, wirklich gut.

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